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Liebe
Leser,
als ich das Gedicht „Die Rose Sabrina“ schrieb, verweilte ich gerade für sechs Monate in Ummari, auf der italienischen Insel Sizilien, um an meinem dritten Gedichtsband zu arbeiten. Anlässlich der in Bingen/Rhein
stattfindenden Landesgartenschau 2008, wollte ich meiner Heimatstadt
ein Gedicht widmen; es sollte ein Akrostichon werden, das aufbaut auf
„Landesgartenschau Bingen am Rhein“ .
Auf der suche nach einem Thema wurde ich immer wieder von einem anderen, sehr schmerzlichen Anlass abgelenkt. Meine Gedanken konnten sich nicht konzentrieren und schwankten zwischen einem fröhlichen Fest in Bingen und dem Kampf eines jungen Menschen, der mit der Leukämie um sein überleben ringt. Obwohl ich das 15 jährige Mädchen nicht persönlich kannte, war eine unerklärliche, aber starke Verbindung zu ihr vorhanden, die immer wieder meine Gedanken ablenkte und mein Handeln beeinflusste. Diese Verbindung war so stark, das ich oft sogar weinen musste wenn ich an sie dachte. Eines Nachts bin ich wieder einmal aus nicht erklärbaren Gründen wach geworden, nahm einen Zettel und machte mir ein paar Notizen, anschl. schlief ich wieder ein. Doch der Schlaf war nur kurz, ich wurde wieder wach, stand auf, nahm den Zettel, ging an meinen Computer und schaltete ihn ein; während dies alles noch im Halbschlaf geschah, wurde ich langsam ganz wach, setzte mich an den PC und tippte all den Text, der mir in die Finger floss, hinein. Am Ende hatte ich ein verschachteltes Akrostichon mit dem gewünschten Text aber auch eine Geschichte; nur, dass der Kampf ums überleben in die Pflanzenwelt übertragen war und das Mädchen von einer Rose dargestellt wurde. Es war nicht das erstemal,
dass mir so etwas passierte, deshalb war ich auch nicht besonders
verwundert, doch dankte ich meiner unsichtbaren Muse aus der Engelswelt.
Nun hatte ich ein Gedicht für die Landes-Garten-Schau, doch das Thema war nicht geeignet, denn ein solcher Anlass soll Geld einbringen, da will man nichts von Krankheit oder Tod wissen; in dieser Zeit gibt es nur gesunde Pflanzen, damit der Betrachter seine Freude hat. Solche Rosenworte wie in „Die Rose Sabrina“, will keine Jury lesen oder hören. Konnte das Gedicht auch nicht dem Mädchen senden, da ich ihr alle Hoffnung genommen hätte, wenn sie das Schicksal der Rose auf sich beziehen würde. Das Mädchen hatte den Kampf nicht gewonnen, es wurde am 06. Juni 2008 von einem Engel abgeholt und über die Himmelsleiter heimgeführt, die Verbindung aber, ist bis heute nicht abgebrochen. Ihr Rudolf von Bingen |
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Rudolf von Bingen widmet dieses Gedicht, der am 07.06.2008 im Alter von 15 Jahren an Leukämie verstorbenen, Sabrina Wild aus Gernsheim |
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Ende | ![]() |